Tour 2009

We did our second tour in 2009, across five countries, so it was the first one which can be called an „Eurotrip“. We had a jolly good time.

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Auf dem Tisch befinden sich Tabak, Plastegläser, vier Flaschen Wasser, eine Flasche Rotwein, eine Flasche Weißwein, dahinter eine umgedrehte Dose Bier. Die ist aber viel zu warm, es ist noch die letzte aus Holland, wir haben uns dort vor drei Tagen eine ganze Stiege gekauft. Drei Tage und immer vierzig Grad im Auto, deswegen und weil es an französischen Raststätten — denn hier befindet sich wiederum der Tisch — kein Bier gibt, trinken wir heute Abend Wein. Es ist der siebente oder achte Tag unser Tour, über Hamburg, Amsterdam, Antwerpen und Bonn sind wir jetzt auf dem Weg nach Marseille und dann nach Montpellier, wir haben fünf oder sechs Wall of Fame Bilder hinter uns, sind die ganze Zeit entweder gefahren oder haben gemalt.

Nur in Antwerpen waren wir länger, haben mal nicht im Auto geschlafen, weil die vorderen Sitze dann doch unbequem waren. Wir sind nachts durch die Stadt gelaufen, durch den Tunnel und wieder zurück, saßen dann am Ufer. So viel Ruhe hatten bis jetzt nicht wieder, braucht zurzeit aber auch keiner, wir wollen malen, soviel und solange wie möglich. Wenn wir oberkörperfrei Auto fahren, Handtücher zwischen Rücken und Sitz, dann reden wir eh nur über Konzepte, Styles, Technik, Sprüher, Crews, Spots. Das einzige Problem ist ein Sonnenstich, so ist das im Sommer.

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Wenn wir zwei, drei Jahre später dann die Styles anschauen, hält sich die Begeisterung in Grenzen, meistens jedenfalls:

„Das Piece war eigentlich ziemlich cool.“
„Ja. Das untenrum, bei meinem Viech da, ist bissle komisch, aber.“
„Das war eigentlich ganz cool, die Buchstaben sind halt ... schwierig.“
„Naja, ist ganz witzig.“
„Aber immer schön B-Boy Posen.“
„Man lernt dazu, anscheinend auch.“
„... ohne Bindemittel. Das konnte nicht funktionieren.“
„Die hier geht immer noch klar.“
„Kann man nicht meckern, ey.“
„Hätt halt voll kein Bock auf sone Arbeit heute.“

„Alter, was für ein Zeitflashback.“

Ansonsten: Wir vorm Hamburger Hafen, an der Nordsee, am Mittelmeer, in Kanälen in Südfrankreich und dann Kopfstand in Mannheim, immer Bierdosen dabei, immer Hitze, nur Graffiti im Kopf. Gute Zeit, wie gesagt — und ein paar gute Pieces, trotzdem.

"Hier hat irgendjemand die Dünne fotografiert.“

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